Gemeinschaft als Fundament
Die Schleswigsche Partei betrachtet Gemeinschaft als einen Grundpfeiler unserer Gesellschaft. Sie schafft Vertrauen und Zusammenhalt und bildet die Grundlage für eine funktionierende Demokratie.
Nordschleswig bietet sich eine besondere Gelegenheit, unsere Gemeinschaft zu stärken. In den vergangenen Jahren sind viele Menschen neu in die Region gezogen. Diese Entwicklung bringt Leben, Vielfalt und neue Perspektiven mit sich, die eine treibende Kraft für Wachstum, Zuzug und Entwicklung in der gesamten Region sein können. Wenn die Integration gelingt, kann sie in einer Zeit rückläufiger Bevölkerungszahlen dazu beitragen, sowohl Kinder in den Schulen als auch Engagierte im örtlichen Vereinsleben zu halten.
Neuzugezogene sind nicht nur eine wertvolle Ressource in Form von Arbeitskraft und wirtschaftlicher Aktivität. Als neue Mitglieder der Gesellschaft können sie auch zum gemeinsamen sozialen Leben beitragen und es bereichern. Wir betrachten dies als positive Entwicklung. Sie setzt jedoch voraus, dass neu Zugezogene und bereits lange Ansässige gemeinsam zum Gemeinwohl beitragen. Dänemark hat große Fortschritte erzielt, indem die Gemeinschaft gepflegt und gestärkt wurde. Dieses Modell kann auch Nordschleswig ein starkes Fundament für die Zukunft geben. Wenn es uns gelingt, neu Zugezogene und bereits lange Ansässige in die Gemeinschaft einzubeziehen, entsteht ein Potenzial, durch das Vertrauen und Zusammenarbeit zum Wohle der gesamten Region wachsen können.
Deshalb ist es entscheidend, Neuzugezogene nicht nur willkommen zu heißen, sondern auch die Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, dass sie sich aktiv am sozialen und kulturellen Leben beteiligen können. Voraussetzung für eine gelungene Integration ist, dass neu Zugezogene auch selbst den Wunsch haben, Teil unserer Gemeinschaft zu werden. Dabei spielt die Sprache eine zentrale Rolle. Je schneller jemand Dänisch lernt, desto leichter lassen sich soziale Beziehungen aufbauen.
Die Stärke Nordschleswigs liegt in seinen örtlichen Gemeinschaften. Indem wir den Wert des Ehrenamts und der aktiven Beteiligung hervorheben, können wir dafür sorgen, dass sich alle als Teil des gemeinsamen Projekts fühlen. Dies ist nicht nur notwendig, um die Integration zu stärken, sondern auch eine Grundlage für künftiges Wachstum und gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Wir wollen Ehrenamt und Vereinsleben stärken
Das Vereinsleben ist das Fundament unserer Gemeinschaft
Auf kommunalpolitischer Ebene wollen wir alles dafür tun, das Vereinsleben zu unterstützen und seine weitere Entwicklung zu sichern. Die vorhandenen Kräfte sollen dafür eingesetzt werden, etwas zu bewirken, und nicht für die Kommunikation mit Behörden. Vereine müssen unkompliziert Zugang zu praktischer Unterstützung, Genehmigungen und Fördermitteln erhalten. Wir wollen Regeln vereinfachen und bürokratische Hürden abbauen, damit Vereinsarbeit einfach organisiert werden kann und ehrenamtliches Engagement attraktiv ist.
Ehrenamt auf dem Stundenplan
Wir wollen darauf hinarbeiten, junge Menschen an das Vereinsleben heranzuführen und sie darauf vorzubereiten, sich dauerhaft im Vereinsleben zu engagieren. Dazu sollen Schülerinnen und Schüler unter anderem die Möglichkeit erhalten, ein Praktikum im Ehrenamt zu absolvieren. Dies vermittelt ihnen positive Erfahrungen, stärkt ihr Wohlbefinden und trägt sowohl zu ihrer eigenen demokratischen Bildung als auch zum gesamten Vereinsleben bei. Indem wir das Ehrenamt bereits im Schulalter verankern und seine Bedeutung anerkennen, schaffen wir die Grundlage für ein starkes und zusammenhängendes Nordschleswig, in dem alle zur Gemeinschaft beitragen und von ihr profitieren.
Mehr Menschen sollen sich engagieren
Das Ehrenamt ist ein tragendes Element unserer Gemeinschaft, und wir möchten, dass sich mehr Menschen einbringen. Wir wollen darauf hinarbeiten, dass alle dazu ermutigt werden, im Rahmen ihrer jeweiligen Möglichkeiten mit dem beizutragen, was sie leisten können. Ehrenamtliches Engagement ist zugleich eine Quelle persönlicher und beruflicher Entwicklung. Wir wollen die Kompetenzen, die durch ein Ehrenamt erworben werden können, sichtbarer machen und stärken. Dazu soll eine nordschleswigsche Ehrenamtsakademie eingerichtet werden, die Raum für Dialog, Lernen und die Entwicklung neuer Formen der Zusammenarbeit bietet.
Eine gemeinsame Vision für das Ehrenamt in Nordschleswig
Die Kommunen Apenrade, Tondern, Hadersleben und Sonderburg sollten eine gemeinsame Vision für das Ehrenamt entwickeln, um lokale Initiativen bereichsübergreifend zu würdigen und zu stärken. Der Titel Europäische Freiwilligenhauptstadt bis spätestens 2035 kann als Impulsgeber für neue Aktivitäten und Projekte dienen, die auf der starken Ehrenamtskultur in Nordschleswig und über die Grenze nach Deutschland hinweg aufbauen.
Ehrenamt als gemeinsame Aufgabe von Unternehmen und Kommunen
Örtliche Unternehmen und öffentliche Arbeitsstätten können das Ehrenamt unterstützen und zur Lösung der Herausforderung beitragen, vor der viele Vereine und gemeinnützige Organisationen derzeit bei der Gewinnung von Ehrenamtlichen stehen. Wir wollen darauf hinarbeiten, den Beschäftigten Wege in örtliche Vereine aufzuzeigen, in denen sie sich innerhalb oder außerhalb ihrer Arbeitszeit ehrenamtlich engagieren können. Wir möchten, dass die nordschleswigschen Kommunen in ihrer Funktion als Arbeitgeberinnen ehrenamtlich Engagierten bis zu fünf bezahlte Freistellungstage zur Weiterbildung anbieten. Dies kann Menschen umfassen, die sich ehrenamtlich bei den Streitkräften, der dänischen Heimwehr und im Katastrophenschutz oder im Vereinsleben engagieren, das in den Bereichen Soziales und Gesundheitsförderung sowie Kultur, Freizeit und Sport verankert ist.
Wir wollen Vertrauen und Inklusion fördern
Unsere Werte müssen sichtbar gemacht werden
Vertrauen, Ehrenamt und Gemeinschaft bilden die Grundlage unserer Gesellschaft. Diese Werte werden in Dänemark häufig als selbstverständlich vorausgesetzt, und wir erwarten, dass alle sie verstehen. Das ist jedoch nicht unbedingt der Fall. Deshalb wollen wir darauf hinarbeiten, diese Werte für neu Zugezogene sichtbarer und zugänglicher zu machen. Dies trägt zu einer positiven Willkommenskultur bei, die vermittelt, dass alle Menschen in Nordschleswig willkommen und erwünscht sind.
Ehrenamtliche sollen zu Integrationsbotschafterinnen und Integrationsbotschaftern qualifiziert werden
Sowohl in der Politik als auch als Mitglieder der Gesellschaft tragen wir Verantwortung dafür, neu Zugezogene an die Hand zu nehmen und ihnen den Weg in die Gemeinschaft zu zeigen. Vereine spielen dabei eine besonders wichtige Rolle, und die Kommunen müssen versuchen, ihre Zusammenarbeit mit den Vereinen zu stärken. Die Vereine müssen auf diese Aufgabe vorbereitet werden. Wir wollen darauf hinarbeiten, dass Ehrenamtliche und Menschen, die hauptberuflich mit Ehrenamtlichen arbeiten, Weiterbildungen erhalten, unter anderem im Bereich des interkulturellen Verständnisses, damit sie Neuzugezogene und deren Bedürfnisse besser verstehen können. Als Integrationsbotschafterinnen und Integrationsbotschafter soll es ihre Aufgabe sein, Neuzugezogene mit anderen Menschen, Netzwerken und den Angeboten der Kommune bekannt zu machen.
Dänisch ist der Schlüssel zu Netzwerken und Freundschaften
Dänischkenntnisse spielen eine zentrale Rolle. Je schneller jemand Dänisch lernt, desto leichter lassen sich soziale Beziehungen aufbauen und die Gesellschaft verstehen, deren Teil die Person geworden ist. Wir wollen darauf hinarbeiten, flexiblere Angebote für den Dänischunterricht zu schaffen. Unterricht muss an mehr Orten und zu unterschiedlichen Zeiten angeboten werden.
Alle Kinder sollen Teil der Gemeinschaft sein
Ehrenamtliche und Vereine spielen eine entscheidende Rolle bei der Vorbeugung und Bekämpfung von Einsamkeit und mangelndem Wohlbefinden. Wir wollen sicherstellen, dass alle Menschen Teil der Gemeinschaft sein können, denn sie ist der Schlüssel zu einer besseren öffentlichen Gesundheit und zur sozialen Integration. Gerade deshalb betrachten wir den deutlichen Anstieg des Heimunterrichts bei Kindern aus neu zugezogenen Familien mit Sorge. Wir fordern das zuständige Ministerium auf, die gesetzlichen Regelungen in diesem Bereich zu überprüfen. Heimunterricht soll weiterhin möglich sein. So weit wie möglich sollten jedoch alle Kinder und Jugendlichen eine Schule besuchen, Teil der Gemeinschaft sein, Freundschaften schließen und neue Freizeitinteressen entdecken.
