Eine Band der Sonderburger Musikschule bei einem Auftritt am Jugendhaus MejerietFoto: Sara Wasmund

Statens Kunstfond hat ein neues Zuschuss-System für Musikschulen in die Anhörung geschickt, das in Sonderburg die Alarmglocken schrillen lässt. Die Pläne hätten für Musikschulen in kleineren Städten im Land schlimme Konsequenzen, sagt der Vorsitzende der Sønderborg Musikskole.

„Wenn die Pläne umgesetzt werden, sprechen wir nicht von einem Dänemark in Balance, sondern von einer Zentralisierung der Musikschulförderung in größeren Städten.“ Mit dieser Sorge ist Søren Wang Mogensen als Vorsitzender im Vorstand der Sonderburger Musikschule nicht alleine. Nachdem Statens Kunstfond eine neue Zuschuss-Politik erarbeitet und in die Anhörung geschickt hat, fürchten mehrere Kommunen um den Umfang ihrer musikalischen Talentprogramme.

Die Kommunen Herning, Esbjerg, Skive, Kolding, Viborg und Holstebro würden nach dem neuen Modell 4,5 Millionen weniger für ihre für MGK-Schulen („Musikalsk Grundkursus“) erhalten. Geld, das stattdessen Musikschulen in den vier größten Städten des Landes zufließen soll.

30 Musikschulplätze würden wegfallen

MKG Süd würde im Gesamtbudget von 6,8 Millionen Kronen 1,6 Millionen Kronen weniger zur Verfügung haben. 30 Musikschulplätze in der Region müssten eingespart werden.

Die Kommune Sonderburg hat zusammen mit den anderen betroffenen Kommunen einen weiteren Protestbrief nach Kopenhagen geschickt. Unter der Überschrift „Kulturpolitisk opråb til Statens Kunstfonds Projektstøtteudvalg for Musik“ kritisieren Bürgermeister und Kulturausschussvorsitzende die Pläne aufs Schärfste.

Junge Musiktalente würden das zu spüren bekommen, denn diese neue Umverteilung würde die MGK-Schulen in Sachen Ressourcen trockenlegen. Das ist zutiefst problematisch. Daher kämpfen wir dagegen an.

Stephan Kleinschmidt, Stadtratspolitiker

„Der Vorschlag ist ein Ausdruck für die Zentralisierung des kulturellen Lebens, was die dezentrale Struktur schwächen würde und Risse in der musikalischen Versorgungskette schafft“, sagt Vizebürgermeister Stephan Kleinschmidt (SP), Vorsitzender des Kulturausschusses. „Junge Musiktalente würden das zu spüren bekommen, denn diese neue Umverteilung würde die MGK-Schulen in Sachen Ressourcen trockenlegen. Das ist zutiefst problematisch. Daher kämpfen wir dagegen an.“

Seit zehn Jahren stärke MGK nun schon musikalisches Leben und Talente in Sonderburg. „Unser Ziel ist es, dass MGK auch in Zukunft außerhalb der vier größten Städte attraktiv bleibt.“ Den Protestbrief haben die Kommunen an Statens Kunstfond, an die Kultur- und Innenminister sowie an alle Sprecher für Kultur des Folketings geschickt. Es ist das zweite Schreiben, mit dem man die Umverteilung kritisiert.

„Das hier wäre eine gewaltige Zentralisierung“

„Es wäre für die Musikschule in Sonderburg eine harte Einsparung, und wir könnten junge Menschen verlieren, die Talent haben und daher zur Förderung in die großen Städte ziehen müssen“, gibt Musikschul-Vorsitzender Søren Wang Mogensen zu bedenken. „Das ist bestimmt nicht das, was wir immer wieder von landespolitisches Aussagen hören, wenn von einem Dänemark im Gleichgewicht gesprochen wird. Das hier wäre eine gewaltige Zentralisierung in Sachen musikalische Grundausbildung!“

Die Sonderburger Musikschule unterrichtet mit Hauptsitz am Skovvej und Dutzenden Abteilungen in der ganzen Kommune insgesamt rund 750 Kinder und Jugendliche in Musik, Gesang und Performance. Der Musikschule angeschlossen sind Als Performance Akademi und Sønderjyllands Danseakademi.

Hier geht es zum Orginal-Artikel beim Nordschleswiger: https://www.nordschleswiger.dk/de/nordschleswig-sonderburg-kultur/scharfe-kritik-umverteilungsmodell-fuer-musikschulen