Das Interesse an Solarparks in der Kommune Hadersleben ist groß. Hoch sollten daher die Anforderungen an potenzielle Investoren sein, um Gegnern dieser Anlagen den Wind aus den Segeln zu nehmen. Sagt Carsten Leth Schmidt von der Schleswigschen Partei.

Auf der jüngsten Sitzung des Kommunalparlaments legte Carsten Leth Schmidt von der Schleswigschen Partei (SP) eine Zusammenfassung von Forderungen vor, die die Kommune Hadersleben an potenzielle Investoren stellen sollte.

Sieben Projekte

Sieben konkrete Projekte gibt es bereits – weitere sollen folgen. Doch in betroffenen Gebieten ist die Skepsis mit Blick auf die Investorenpläne groß – um es diplomatisch auszudrücken.

Die Anlage des Woyenser Fernwärmewerkes besteht aus Sonnenkollektoren zur Warmwasseraufbereitung.Foto: Ute Levisen

Leidenschaftliches Plädoyer

Carsten Leth Schmidt, Kommunalratsabgeordneter für die SP, kann diese Skepsis gut nachvollziehen – einerseits. Andererseits hielt der Öko-Landwirt aus Süderballig (Sønderballe) auf der jüngsten Sitzung des Kommunalvorstands erneut ein leidenschaftliches Plädoyer für diese umweltfreundliche Quelle der Energieerzeugung.

Aus Erfahrungen lernen

„Lasst uns doch aus den Erfahrungen mit Solarparks in unserer Kommune lernen! Die Anlagen in Gramm (Gram) und Woyens (Vojens) sind nicht gerade Musterbeispiele“, so der Politiker. Diese Anlagen bestehen nicht aus Solarzellen, sondern aus Solarkollektoren. Zugleich verwies Leth darauf, wie wichtig es sei, die Bürger vor der lokalen Planungsarbeit in Bürgertreffen zu informieren und anzuhören.

Die Anlage in Gramm galt anfangs als eine der größten in Dänemark.Foto: Ute Levisen

Lokale Verankerung

Erneut argumentierte Leth für eine lokale Verankerung der Projekte – und dies bedeutet eine Beteiligung der Bürger in den betreffenden Gebieten: „Es soll ja nicht so sein, dass Investoren in die Sonne schauen und dabei ihr Geld zählen.“

Entschädigung für Anrainer

Mehr noch: Auf Wunsch sollen die nächsten Nachbarn künftiger Solarparks für einen eventuellen Wertverlust ihrer Immobilie entschädigt werden – und je nach Nähe zum Solarpark ein Aufkaufangebot erhalten.

Breite Schutzhecken

Zugleich beschreibt Leth die Vorteile für die Umwelt, die sich dank durchdachter Konzepte für Fotovoltaik-Anlagen ergeben: Schutzhecken, Wildpassagen und eine Bepflanzung mit heimischen Arten zählen zu dem kleinen Maßnahmenkatalog, den Leth seinen Ratskollegen vorlegte.

Auf Initiative von Carsten Leth Schmidt hatte das Kommunalparlament auf der jüngsten Sitzung den Tagesordnungspunkt Humusböden als Standortvorteil für Solarparks aufgenommen.Foto: Ute Levisen

„Meine Vorschläge sind gut angekommen – zumindest hat niemand heftig protestiert“, freut sich Leth Schmidt.
Seine Vorschläge sollen bei der Erarbeitung eines lokalen Flächennutzungsplans in Regie des Technischen Ausschusses berücksichtigt werden. Unklar ist jedoch, in welchem Umfang.

Heftiger Widerstand gegen Solarparks

Leth Schmidt rechnet damit, dass ein kommunaler Flächennutzungsplan für Solarpark-Anlagen noch vor den Sommerferien in die öffentliche Anhörungsphase überstellt werden kann. Gegenwärtig befindet sich der Entwurf für den Kommunalplanzusatz in der Anhörung – und dort formiert sich ein massiver Widerstand gegen die Solar-Pläne.

Es soll ja nicht so sein, dass Investoren in die Sonne schauen und dabei ihr Geld zählen.

Carsten Leth Schmidt, Abgeordneter der SP im Kommunalvorstand

Ein Beitrag zur Energiewende

Carsten Leth Schmidt betont, dass die Kommune Hadersleben mit diesen Parks eine Chance hat, einen entscheidenden Beitrag zur Energiewende zu leisten, sollen die hehren Klimaziele, die die Regierung für 2030 vorgegeben hat, nicht zur Utopie werden.

Humusböden als perfekte Standorte

Er gibt zu bedenken, dass die Pflanzenproduktion auf Humusböden für 50 Prozent der Klimabelastung durch die Landwirtschaft verantwortlich ist. Grund ist der erhöhte CO2-Ausstoß beim Beackern der Flächen: „Somit sind also nicht – wie angenommen – riesige Schweinefarmen die großen CO2-Sünder“, so Leth: „Das sollte uns zu denken geben.“

Auf seine Initiative hin ist eine Platzierung eventueller Solarparks auf Humusböden Tagesordnungspunkt der jüngsten Stadtratssitzung gewesen: „Die Stilllegung von Humusböden als landwirtschaftliche Nutzfläche ist ein Vorteil, der bares Geld wert ist – und auch noch gut für die Umwelt ist.“

Kastrup Enge bei Gramm (Gram) ist eine jener Regionen in der Kommune Hadersleben, die die Politiker als Standort für Solarparks ausweisen wollen.Foto: Ute Levisen

Der kleine Unterschied

Solarzellen bestehen aus Photovoltaik-Modulen zur Stromerzeugung. Solarkollektoren, wie in den Anlagen von Gramm (Gram) und Woyens (Vojens), speichern die Sonnenenergie, beispielsweise für das Aufbereiten von Warmwasser. Solarzellen werden im Bereich der Photovoltaik – Solarkollektoren im Bereich der Solarthermie verwendet.

Hier geht es zum Orginal-Artikel beim Nordschleswiger: https://www.nordschleswiger.dk/de/nordschleswig-hadersleben/sp-hohe-anforderungen-solarpark-investoren