
Über uns
Die Schleswigsche Partei ist die einzige regionale Partei in Nordschleswig.
Wir setzen uns dafür ein, dass sich der Landesteil stärker, grüner und mit mehr Zusammenhalt entwickelt. Wir handeln lokal, denken regional und bauen Brücken – zwischen Menschen, zwischen Kulturen und über Grenzen hinweg.
Wir sind eine unabhängige Partei der politischen Mitte, ohne parteipolitische Vorgaben aus Kopenhagen und ohne übergeordnete ideologische Bindungen. Wir legen Wert auf pragmatische Lösungen, die in der Praxis funktionieren und im Dialog mit der Bevölkerung entstehen.
In den Kommunalvertretungen setzen wir auf breite Vereinbarungen und eine konstruktive Zusammenarbeit. Auf diese Weise entstehen häufig tragfähige Entscheidungen, die nah am Alltag sind – mit gesundem Menschenverstand, Kenntnis der örtlichen Gegebenheiten und gemeinsamem Willen.
Wir setzen uns für ein offenes und lebendiges Grenzland ein, in dem die europäische Zusammenarbeit in konkrete Zusammenarbeit im Alltag umgesetzt wird. Nordschleswig und das Grenzland bieten besondere Möglichkeiten, wenn wir sie aktiv nutzen.
Die deutsche Minderheit hat historisch einen festen Platz in Nordschleswig, und wir setzen uns dafür ein, ihre Sprache, Kultur und Institutionen zu sichern. Gleichzeitig arbeiten wir dafür, dass alle Menschen unabhängig von ihrer Herkunft zur Gemeinschaft beitragen und sich in Nordschleswig zu Hause fühlen können.
Vielfalt und Gemeinschaft sind eng miteinander verbunden – und beides stärkt den Landesteil.
Unsere Geschichte
Die Schleswigsche Partei 1920–1945
Der Versailler Friedensvertrag sah eine Volksabstimmung in Schleswig in zwei Abstimmungszonen vor. In der ersten Zone, Nordschleswig, wurde die Abstimmung am 10. Februar 1920 en bloc durchgeführt. Rund 25.000 Stimmen entfielen auf Deutschland und 75.000 Stimmen auf Dänemark. Daraufhin wurde Nordschleswig im Juli 1920 an Dänemark abgetreten.
In Nordschleswig bildete sich anschließend eine deutsche Minderheit, deren Größe auf rund 15.000 Wahlberechtigte und insgesamt etwa 30.000 Angehörige geschätzt wurde.
Im August 1920 wurde der „Schleswigsche Wählerverein“ gegründet. Aufgrund der unterschiedlichen Abstimmungsverfahren – in der ersten Zone en bloc und in der zweiten Zone nach Gemeinden – wurden die Forderung nach einer erneuten Abstimmung und einer Grenzrevision zu zentralen Programmpunkten des Wählervereins. Darüber hinaus setzte sich der Wählerverein für das Recht der deutschen Bevölkerung in Nordschleswig ein, sich „in Kirchen-, Schul- und allen Angelegenheiten des Volkslebens“ selbst zu verwalten. Insbesondere die Forderung nach einer Grenzrevision war in den 1920er- und 1930er-Jahren eine wesentliche Ursache politischer Konflikte zwischen der deutschen und der dänischen Bevölkerung. In der Kulturpolitik erhielt die deutsche Minderheit entsprechend den in Dänemark geltenden Gesetzen für Privatschulen und freikirchliche Arbeit vergleichsweise gute Rahmenbedingungen.
Bei der ersten Folketingwahl nach der Volksabstimmung trat der Wählerverein unter dem Namen Schleswigsche Partei (Slesvigsk Parti) an und errang ein Mandat, das von 1920 bis 1939 von Johannes Schmidt-Wodder wahrgenommen wurde. Anschließend gehörte der nationalsozialistische Volksgruppenführer Jens Möller bis 1943 dem Folketing an.
Die Schleswigsche Partei 1945–1960
In den Jahren 1933 bis 1945 hatte sich die deutsche Minderheit überwiegend am Nationalsozialismus orientiert. Im Jahr 1943 schloss sich eine Gruppe deutschgesinnter Männer zusammen, die sich von der nationalsozialistisch geprägten Volksgruppenführung distanzierten. Sie wurden später als „Haderslebener Kreis“ bezeichnet. Sie formulierten eine Erklärung, in der sie sich zur Demokratie und zur Loyalität gegenüber dem dänischen Staat bekannten. Diese „Haderslebener Erklärung“ wurde nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zur Grundlage für den organisatorischen Neubeginn der deutschen Minderheit.
Bereits im November 1945 wurde der „Bund Deutscher Nordschleswiger“ (BDN) als neue Hauptorganisation gegründet und eine Loyalitätserklärung gegenüber dem dänischen Staat abgegeben. Ein entscheidender Bruch mit der bisherigen Politik bestand darin, die Grenzrevision als politisches Ziel aufzugeben. Gleichzeitig befanden sich viele deutsche Nordschleswiger infolge der sogenannten Rechtsabrechnung (Retsopgør) auf der Grundlage rückwirkender Gesetze im Gefängnis. Grund dafür waren ihre enge Verbindung zum Nationalsozialismus in Deutschland und ihre Unterstützung der deutschen Besatzungsmacht in Dänemark von 1940 bis 1945. An der ersten Folketingwahl nach Kriegsende am 30. Oktober 1945 nahm die deutsche Minderheit nicht teil.
Bei der Folketingwahl am 22. September 1953 errang Hans Schmidt-Oxbüll ein Mandat, das er bis 1964 innehatte. Eine wichtige Grundlage für die Versöhnung im deutsch-dänischen Grenzland bilden die sogenannten Bonn-Kopenhagener Erklärungen von 1955. Darin wird festgehalten, dass das Bekenntnis zu einer Minderheit frei ist und von den Behörden weder bestritten noch überprüft werden darf.
Die Schleswigsche Partei 1960–1990
In den 1960er- und 1970er-Jahren setzte sich die Partei programmatisch für den Abbau von Grenzen, die Stärkung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit und die Integration Dänemarks in die Europäische Gemeinschaft ein. Bei der Folketingwahl 1964 erreichte die Schleswigsche Partei nicht mehr die für ein Mandat erforderliche Stimmenzahl.
Anstelle des Folketingmandats wurde beim dänischen Staatsministerium der „Kontaktausschuss der deutschen Minderheit“ eingerichtet. Zusätzlich zu diesem Ausschuss erhielt die deutsche Minderheit 1983 das „Sekretariat der deutschen Volksgruppe in Kopenhagen“, um ihre politischen Interessen gegenüber dem Folketing zu vertreten.
Nach der Kommunalreform von 1970 wurde die regional- und kommunalpolitische Arbeit der Schleswigschen Partei intensiviert. Auch im Parteiprogramm erhielt die Regionalpolitik mehr Raum. Im Amtsrat von Nordschleswig errang die Schleswigsche Partei 1970 mit 7.501 Stimmen ein Mandat.
Die Schleswigsche Partei 1990–2018
Das Profil der Schleswigschen Partei ist seit den 1980er-Jahren deutlich durch drei Schwerpunkte geprägt: Sie ist die Partei der deutschen Minderheit, eine Regionalpartei sowie eine grenzüberschreitend und europäisch ausgerichtete Partei.
Die Schleswigsche Partei strebt insbesondere technische Wahlbündnisse mit den kleinen Parteien der politischen Mitte an. Auf kommunaler Ebene erhält die Partei auch Angebote für technische Wahlbündnisse von den großen Parteien. Dies kann als Zeichen der Entspannung im Grenzland betrachtet werden.
Die Schleswigsche Partei hat mit den junge SPitzen eine aktive Jugendorganisation, die zu den größten politischen Jugendorganisationen Nordschleswigs gehört.
Die inhaltliche Profilschärfung und ein sichtbarer Generationswechsel führten nach einer weiteren Kommunalreform im Jahr 2007 zu steigenden Stimmenzahlen. Erstmals seit 1982 wurde ein Mitglied der SP und der junge SPitzen in die Kommunalvertretung von Sonderburg gewählt und übernahm zugleich den Vorsitz im Kulturausschuss. Auch in Hadersleben gelang der SP erstmals seit 1982 wieder der Einzug in die Kommunalvertretung. In Tondern wurde ein Mandat und in Apenrade wurden zwei Mandate errungen. Dieser Erfolg wurde 2009 weiter ausgebaut.
Bei der Kommunalwahl 2013 setzte die Schleswigsche Partei ihren erfolgreichen Kurs fort und errang insgesamt acht Mandate in den vier nordschleswigschen Kommunalvertretungen.
Damit etablierte sich die Schleswigsche Partei als Regionalpartei und konnte zugleich eine zunehmende Unterstützung innerhalb der Mehrheitsbevölkerung verzeichnen.
Im Jahr 2017 konnte der Stimmenzuwachs nur in Sonderburg fortgesetzt werden. In dieser Kommune übernahm die Schleswigsche Partei die erste Stellvertretung im Bürgermeisteramt. In den übrigen Kommunen kam es zu kleineren Stimmenverlusten, die vor allem mit den örtlichen politischen Verhältnissen erklärt werden konnten. Die Schleswigsche Partei war mit zehn Mandaten in den vier nordschleswigschen Kommunalvertretungen vertreten.
Die Schleswigsche Partei 2019–2025
Im Vorfeld der Kommunalwahl 2021 setzte die Schleswigsche Partei ihre Arbeit als Minderheiten- und Regionalpartei in den vier nordschleswigschen Kommunen fort. Die Partei betont, dass sie sich während der Wahlperiode von 2018 bis 2021 aktiv in den Kommunalvertretungen engagierte und mit Vorschlägen und Entscheidungen zu einer positiven Entwicklung der Kommunen beitrug.
Bei der Kommunalwahl 2021 behauptete die Partei insgesamt ihre zehn Mandate. In der Kommune Tondern steigerte sie sich von zwei auf vier Mandate. Mit der Wahl des 58-jährigen Landwirts Jørgen Popp Petersen zum Bürgermeister errang die Schleswigsche Partei dort ihr erstes Bürgermeisteramt seit 1946.
In den Jahren nach der Kommunalwahl setzte die Schleswigsche Partei ihre kommunale Verankerung fort und war 2025 in allen vier nordschleswigschen Kommunen vertreten.
In der Wahlperiode 2022 bis 2025 konzentrierte sich die Schleswigsche Partei auf gemeinsame, pragmatische Lösungen und die Übernahme von Verantwortung in den vier Kommunen. Besonders hervorzuheben sind die Arbeit an einer gemeinsamen nordschleswigschen Planungsstrategie, die verstärkte Zusammenarbeit der Kommunen in den Bereichen IT, Tourismus und Wirtschaft sowie die Unterstützung einer neuen Kooperationsstrategie für Nordschleswig im Jahr 2024. Gleichzeitig übernahm die Partei eine führende Rolle in der deutsch-dänischen Zusammenarbeit – von der Kulturregion Sønderjylland-Schleswig bis hin zu Initiativen in den Bereichen Katastrophenschutz, Energie und Umwelt an der Flensburger Förde.
Bei der Kommunalwahl 2025 erhöhte sich die Zahl der Mandate der Schleswigschen Partei in den vier nordschleswigschen Kommunalvertretungen von zehn auf zwölf, allerdings mit einer sehr ungleichen Verteilung: acht Mandate in der Kommune Tondern, zwei in der Kommune Apenrade sowie jeweils ein Mandat in den Kommunen Sonderburg und Hadersleben. Die Schleswigsche Partei behauptete das Bürgermeisteramt in der Kommune Tondern.
Wahlergebnisse

