Die deutsche Minderheit

Die Minderheit ist in Nordschleswig zu Hause

Die deutsche Minderheit ist in Nordschleswig zu Hause. Hier entstand sie infolge historischer Ereignisse, die 1920 zu einer Volksabstimmung und zur heutigen Grenzziehung führten. Im selben Jahr wurde die Schleswigsche Partei gegründet, um die parteipolitischen Interessen der deutschen Minderheit zu vertreten.

Rechte, Gleichstellung und Sonderregelungen

In Dänemark verfügt die deutsche Minderheit über gesetzlich verankerte Rechte. Die Minderheit sowie ihre Einrichtungen und Vereine sind in kultureller, sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht gleichgestellt. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Gleichstellung in einigen Fällen nur durch besondere Regelungen erreicht werden kann.

Wir setzen uns ein für

Sprache, Kultur und die Institutionen der Minderheit

Die deutsche Minderheit und ihre Angehörigen müssen die deutsche Sprache und Kultur in Nordschleswig pflegen können.

Wir setzen uns dafür ein, die Interessen der Institutionen der deutschen Minderheit zu vertreten sowie ihren Fortbestand und ihre Weiterentwicklung zu sichern.

Unsere kommunalen Vertretungen und Vorstände unterstützen jederzeit die Arbeit der Vereine und Verbände der deutschen Minderheit.

Beteiligung und feste Ansprechpartner in den Kommunen

Die deutsche Minderheit sowie ihre Institutionen und Vereine müssen aktiv in kommunale Entwicklungsprozesse einbezogen werden, und ihre Kompetenzen müssen aktiv genutzt werden.

In allen vier nordschleswigschen Kommunen muss ein kontinuierlicher Dialog zwischen den Kommunalvertretungen, den kommunalen Verwaltungen und Vertretungen des Bundes Deutscher Nordschleswiger (BDN) zu Angelegenheiten stattfinden, die die deutsche Minderheit betreffen. Die Einrichtung eines kommunalen Kontaktausschusses in jeder Kommune ist hierfür ein geeignetes Forum.

Internationale Grundlagen des Minderheitenschutzes

Wir orientieren uns an folgenden internationalen Regelwerken:

  • Europäische Menschenrechtskonvention von 1950
  • Bonn-Kopenhagener Erklärungen von 1955
  • Rahmenübereinkommen zum Schutz nationaler Minderheiten von 1998
  • Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen von 2001

Kulturarbeit, Freizeit und Büchereien

Die Aktivitäten der deutschen Vereine in den Bereichen Kultur, Sport und Freizeit müssen gleichberechtigt mit entsprechenden dänischen Vereinen unterstützt werden.

Die vollständige Gleichstellung des deutschen Büchereiwesens muss erhalten bleiben.

Die Kulturangebote der Minderheit müssen in kommunale Initiativen einbezogen und die deutsche Sprache im öffentlichen Raum gefördert werden.

Klare Gleichstellung in der Kommune

Wir setzen uns dafür ein, dass sich alle Kommunen ausdrücklich zur Gleichstellung der deutschen Minderheit bekennen.

Deutsch im Kontakt mit der Bevölkerung

In allen vier Kommunen muss es im Bürgerservice eine verlässliche deutschsprachige Ansprechperson geben – systematisch organisiert und gut sichtbar kommuniziert.

Sprache in Betreuung und Pflege

Es muss deutschsprachiges Personal zur Verfügung stehen, damit die Bedürfnisse deutschsprachiger Menschen in Pflegeeinrichtungen berücksichtigt werden können.

Gleichberechtigter Zugang zu kommunalen Angeboten

Die Institutionen der deutschen Minderheit – beispielsweise Schulen, Kindergärten oder Vereine – müssen bei der Nutzung kommunaler Infrastruktur und Angebote gleichgestellt sein.

Willkommen und Information für Neuzugezogene

Neu zugezogene Menschen aus Deutschland müssen von Anfang an über die Angebote der deutschen Minderheit informiert werden – durch die Kommunen und auf Deutsch.

Zusammenarbeit bei sozialen Angeboten

Die Zusammenarbeit zwischen dem Deutschen Schul- und Sprachverein, dem Sozialdienst und der Kommune muss verbindlicher gestaltet werden – durch gleichberechtigte Partnerschaftsvereinbarungen.

Sozialdienst stärken

Wir setzen uns für zusätzliche Zuschüsse für den Sozialdienst ein – insbesondere als Anerkennung für die Unterstützung neu zugezogener Familien und die damit verbundene Entlastung der Kommunen.

Das haben wir unter anderem erreicht

Mehr Unterstützung für den Sozialdienst

Die kommunalen Zuschüsse wurden in allen vier Kommunen dauerhaft gesichert und teilweise deutlich erhöht.

Grundsteuerbefreiung für deutsche Institutionen

Ein wichtiger Durchbruch – dadurch bleibt mehr Raum für das Wesentliche: Bildung, Kultur und Gemeinschaft.

Umzug der deutschen Bücherei in Hadersleben

Durch unsere aktive Unterstützung verfügt die deutsche Bücherei im Kulturhaus Bispen in Hadersleben nun über sehr gute Rahmenbedingungen und kann ihre Besucherzahlen deutlich steigern. Ein neues multikulturelles Zentrum ist entstanden.

SIRI bleibt in der Region

Der erfolgreiche Einsatz für den Erhalt der dänischen Behörde für internationale Rekrutierung und Integration (SIRI) vor Ort stärkt die Präsenz des Staates in Nordschleswig – auch für die Minderheit.

Willkommen auf Deutsch

Alle vier Kommunen informieren deutschsprachige Neuzugezogene nun systematisch über die Angebote der Minderheit – ein starkes Zeichen der Anerkennung.

Starke Kulturarbeit

In Apenrade wurden gezielt Zuschüsse für deutsche Vereinshäuser vergeben – beispielsweise in Uk und Jyndevad.

Willkommenskultur in der Praxis

In Hadersleben bringt sich die Schleswigsche Partei aktiv in die Arbeit mit neu zugezogenen deutschen Familien ein – für einen guten Start.

Neue Kindergärten – gemeinsam möglich gemacht

Die Neubauten der deutschen Kindergärten in Løgumkloster, Broager und Gråsten wurden aktiv unterstützt – ein Zeichen für Zukunftsperspektiven junger Familien.

Unterstützung für den Dänischunterricht

Kommunale Zuschüsse für den Dänischunterricht an den Schulen der Minderheit unterstützen die Integration von Kindern aus deutschen Familien.

Warum das im Alltag wichtig ist

Minderheitenpolitik ist kein Nischenthema. Es geht um den Alltag in Nordschleswig: darum, die eigene Sprache nutzen zu können, am Vereinsleben teilzunehmen, Zugang zu Einrichtungen zu haben und im Kontakt mit der Kommune mit Respekt und gleichen Chancen behandelt zu werden.

Wenn die Minderheit aktiv einbezogen wird und Gleichstellung auch in der Praxis funktioniert, wird das Grenzland stärker. Das stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt, macht die Region attraktiver und festigt die Gemeinschaft, in der wir über kulturelle und nationale Grenzen hinweg zusammenleben.