
Kinder, Jugendliche und Bildung
Wir setzen uns dafür ein, dass Kinder und Jugendliche ihr Potenzial entfalten, sich im Alltag wohlfühlen und in ganz Nordschleswig gute Bildungschancen haben. Dabei geht es um Qualität und Wohnortnähe in Kindertagesbetreuung und Schule, um frühzeitige Unterstützung bei Bedarf sowie um klare Rahmenbedingungen und Angebote für junge Menschen, damit sie Bildungswege wählen, Gemeinschaft erleben und sich zu engagierten Mitgliedern der Gesellschaft entwickeln können.
Kinder und Bildung
Alle Kinder und Jugendlichen müssen die Möglichkeit haben, ihr Potenzial voll auszuschöpfen und weiterzuentwickeln. Ihnen müssen Rahmenbedingungen geboten werden, die Qualität und Wohnortnähe gewährleisten und ihren individuellen Fähigkeiten und Interessen entsprechen.
Es müssen bezahlbare Angebote in der Kindertagespflege, in Krippen, Kindergärten, SFO-Einrichtungen und weiteren Betreuungsformen gewährleistet werden. Die Kommunen müssen einheitlich über alle Betreuungs- und Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche informieren.
Es ist wichtig, Unterstützungsbedarf bei Kindern sowie Schülerinnen und Schülern frühzeitig zu erkennen, damit rechtzeitig passende Hilfen angeboten werden können – sowohl auf lokaler als auch auf regionaler Ebene.
Jugendliche
Junge Menschen sollen sich in Nordschleswig wohlfühlen. Dafür brauchen sie Sicherheit und Geborgenheit. Sie sollen sich entsprechend ihren eigenen Wünschen und Vorstellungen entwickeln können.
Damit sie sich zu engagierten und verantwortungsbewussten Mitgliedern der Gesellschaft entwickeln können, müssen junge Menschen an der Gestaltung der Gesellschaft mitwirken können, deren Teil sie sind. Gute Gemeinschaften mit Gleichaltrigen sind für junge Menschen von großer Bedeutung. Hier entstehen Freundschaften, und gemeinsame Interessen werden entdeckt und geteilt.
In Nordschleswig muss es ein breites und dezentrales Angebot an attraktiven und zeitgemäßen Bildungswegen geben – sowohl im beruflichen als auch im akademischen Bereich. Wo immer möglich, sollte dabei auch eine Zusammenarbeit mit Bildungsangeboten und Bildungseinrichtungen südlich der Grenze angestrebt werden.
Junge Menschen haben heute unzählige Wahlmöglichkeiten. Gleichzeitig werden hohe Anforderungen an sie gestellt, obwohl viele von ihnen sehr ambitioniert sind. Deshalb brauchen sie Klarheit und gut strukturierte Informationen, damit sie fundierte Entscheidungen treffen können.
Wir setzen uns ein für
Kindergärten und Krippen
Es müssen hohe Qualitätsstandards und finanzielle Zuschüsse gewährleistet werden, die diesen hohen Standards entsprechen.
Es muss ein angemessenes Verhältnis zwischen pädagogischen Fachkräften und pädagogischen Assistenzkräften bestehen.
Gruppen und Einrichtungen dürfen nicht zu groß werden. Die fachliche Qualität muss durch die Zusammenarbeit zwischen den Einrichtungen gesichert werden, beispielsweise im Rahmen gemeinsamer Projekte.
SFO-Bereich
Die SFO-Einrichtungen müssen ihre Angebote innerhalb der schulischen Rahmenbedingungen selbstständig gestalten und weiterentwickeln können.
Die Leitung der SFO muss in der Schulleitung vertreten sein.
Die Arbeitsbedingungen müssen eine Weiterentwicklung der fachlichen Kompetenzen der Mitarbeitenden ermöglichen.
Kindertagespflege
Eltern müssen frei zwischen Krippe und Kindertagespflege wählen können.
Für öffentliche und private Angebote der Kindertagespflege müssen einheitliche fachliche Standards und die gleichen Weiterbildungsmöglichkeiten für die Mitarbeitenden gelten.
Es muss multikulturelle Angebote geben.
Für Kinder, die zu Hause betreut werden, müssen Aktivitäten angeboten werden.
Schulen
Bei der Planung muss der Grundsatz „kurze Beine – kurze Wege“ gelten.
Private und öffentliche Schulen müssen beim Zugang zu den Angeboten der Kommune gleichgestellt sein.
Das frühe Erlernen der deutschen Sprache muss in die Lehrpläne der kommunalen Schulen aufgenommen werden.
Bei der Beförderung von Schülerinnen und Schülern sowie jungen Menschen in Ausbildung muss sinnvoll und effizient zusammengearbeitet werden.
Die Arbeitsbedingungen der Lehrkräfte müssen verbessert werden. Lehrkräfte sollten in ihren jeweiligen Fachgebieten unterrichten. Dabei muss ein angemessenes Verhältnis zwischen Unterrichts- und Vorbereitungszeit gewährleistet werden.
Für die Mitarbeitenden muss eine Weiterbildungsstrategie entwickelt werden. Sie soll nachhaltig wirken und kontinuierlich evaluiert werden.
Die Zusammenarbeit der Schulen mit Unternehmen und weiterführenden Bildungseinrichtungen muss ausgebaut werden.
Die gute Bildungs- und Berufsberatung für Jugendliche (UU) an den Schulen einschließlich Praktika muss erhalten bleiben.
Es muss mehr kommunale Angebote für praxisorientierten Unterricht geben.
Berufliche Bildung
Schulen und Wirtschaft müssen enger miteinander verbunden werden, insbesondere im handwerklichen Bereich.
Junge Menschen, die ihre Ausbildung abbrechen, müssen schnell Unterstützung erhalten, um einen neuen Weg einzuschlagen.
Für Menschen in Ausbildung sowie Schülerinnen und Schüler müssen bessere öffentliche Verkehrsverbindungen geschaffen werden.
Schülerinnen und Schüler in weiterführenden Bildungsgängen müssen in allen vier nordschleswigschen Kommunen Zugang zu günstigen Busfahrkarten erhalten – auch über die Grenzen der Kommunen hinweg.
Die öffentliche Hand muss Ausbildungsplätze für junge Menschen bereitstellen, die eine Berufsausbildung absolvieren möchten.
Gymnasien und Hochschulen
Es muss ein attraktives und bedarfsgerechtes Bildungsangebot im gymnasialen und Hochschulbereich gewährleistet werden.
Ein sinnvoller Wechsel zwischen verschiedenen Bildungswegen muss möglich sein.
Alltagsbedingungen für junge Menschen in Nordschleswig
In Nordschleswig muss es ein gut ausgebautes und stabiles öffentliches Verkehrsnetz geben, das auch individuelle Mobilität ermöglicht, damit junge Menschen Gemeinschaft erleben und an Aktivitäten teilnehmen können.
Für junge Menschen, die für ihre Ausbildung in eine nordschleswigsche Stadt ziehen möchten, muss es ausreichend günstigen und attraktiven Wohnraum geben.
In den nordschleswigschen Bildungsstädten muss es ein interessantes und innovatives Umfeld für junge Menschen mit passenden Kultur- und Freizeitangeboten geben, die gezielt an sie vermittelt werden.
Junge Menschen müssen selbst die Möglichkeit haben, Initiative zu ergreifen und Neues zu schaffen. Sie müssen dabei unterstützt werden, ihre Ideen ohne unnötige Hindernisse zu verwirklichen.
Bildung, Zusammenarbeit und Beratung für junge Menschen
Bildungseinrichtungen und Unternehmen im deutsch-dänischen Grenzland müssen eng zusammenarbeiten, um junge Menschen frühzeitig auf ihre beruflichen Möglichkeiten aufmerksam zu machen.
Die Bildungseinrichtungen müssen sich vernetzen – auch über die Grenze hinweg.
Es muss ein besseres Verständnis für die Inhalte der Bildungsgänge und die jeweiligen Abschlüsse geschaffen werden, die nördlich und südlich der Grenze erworben werden können. Die Abschlüsse müssen gegenseitig anerkannt werden.
Junge Menschen in Ausbildung müssen bei Bedarf die Möglichkeit erhalten, ihre Ausbildung zu wiederholen oder eine neue zu beginnen.
Es muss eine qualifizierte, unabhängige und gut strukturierte Bildungs- und Studienberatung geben, die jungen Menschen ihre Möglichkeiten aufzeigt und sie bei ihrer Entscheidungsfindung unterstützt.
Für junge Menschen muss es frei zugängliche und kostenlose Beratungsangebote geben, beispielsweise bei finanziellen oder psychischen Problemen wie Angst, Depressionen oder Mobbing. Die Beratungsstellen müssen junge Menschen bei Bedarf schnell und unbürokratisch an geeignete Behandlungsangebote vermitteln können. Während der Behandlung müssen sie weiter begleitet werden.
Eine grenzüberschreitende deutsch-dänische Ausbildung absolvieren zu können, ist eine besondere Chance für junge Menschen und kann später im Berufsleben von Vorteil sein.
Warum das im Alltag wichtig ist
Bei Kindern, Jugendlichen und Bildung geht es um den Alltag in Kindertagesbetreuung, Schule und Freizeit – und darum, dass alle Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit erhalten, sich unter Rahmenbedingungen zu entwickeln, die ihren Fähigkeiten und Interessen entsprechen.
Wenn Unterstützungsbedarf früh erkannt wird und klare Angebote sowie gute Beratung vorhanden sind, können mehr Menschen die Hilfe erhalten, die sie benötigen – und mehr junge Menschen können ihren Weg bei der Wahl einer Ausbildung, eines Praktikums oder eines Ausbildungsplatzes finden.
Und wenn Mobilität, Wohnraum und Angebote für junge Menschen gut zusammenspielen, wird es leichter, eine Ausbildung zu absolvieren, Teil von Gemeinschaften zu sein und sich eine Zukunft in Nordschleswig aufzubauen.
